Wenn ich bei Kunden bin schneide ich das Thema eher selten an. Es ist für uns schwierig und selbst nicht wirklich zu durchschauen. Ich möchte aber hier noch einmal darauf hinweisen und schreibe deshalb mal ein paar Zeilen dazu.
Es geht dabei um die Lizenzierung des Betriebssystems in der virtuellen Maschine. Hier geht es jetzt im speziellen um Microsoft Windows. Unter „Weiterlesen“ möchte ich hier ein paar Worte dazu schreiben.
Viele Leute denken, dass man, wie auch in der bösen Hardware-Welt, pro VM einfach eine Lizenz benötigt. Habe ich also zum Beispiel 20x Windows Server 2008 Standard und 10x Windows Server 2008 Enterprise auf meinem ESX Cluster benötige ich auch nur diese 30 Lizenzen.
Das ist soweit richtig wenn es nicht VMotion und vor allem DRS geben würde. Warum ist das anders?
Es gibt eine Policy bei Microsoft die besagt, dass eine Windows Lizenz an ein Stück Hardware gebunden ist. Ich darf die Hardware zwar wechseln aber das maximal alle 90 Tage. Das bedeutet folgendes:
Ein Server mit dem OS W2k8 läuft einem Blech A. Ich migriere diesen Server, in welcher Form auch immer, auf ein Blech B. Soweit alles in Ordnung. Bevor ich diesen Server jetzt auf Blech C oder A migriere, muss ich 90 Tage warten. Eigentlich einfach, oder?
Schwierig wird es jetzt bei VMotion und vor allem DRS. Gehen wir mal von einem ESX Cluster mit 3 Knoten und 5x W2k8 Std VM´s pro Knoten aus. Der Cluster hat DRS auf Fully Automated aktiviert. Das bedeutet, dass die Maschinen von DRS verschoben werden. Das könnte, im schlimmsten Fall im 5 Minuten Takt passieren wenn DRS sein Zyklus hat.
Es kann also gut sein das eine VM von Host A auf Host B verschoben wird und 20 Minuten später wieder zurück migriert wird. Typischer Anwendungsfall wäre hier das Patchen des ESX Host A. Damit hat man faktisch einen Bruch der Lizenzbestimmungen und steht mit beiden Beinen vor Gericht.
Was kann ich machen damit mir das nicht passiert? Es gibt drei Möglichkeiten:
Steinzeit
Ich gehe zurück in die Steinzeit und schalte DRS aus. VMotion verwende ich nur alle 90 Tage und dokumentiere dies entsprechend
Mehr Lizenzen
Eine weitere Alternative wäre das ich jeder VM auf jedem Host eine Lizenz bereitstelle. Das wären also bei 15 VM´s die im Cluster laufen und 3 ESX Hosts insgesamt 45 Lizenzen. Dadurch bleibt die Lizenz immer auf einem Host und wandert nicht. Ich habe also wiederum keine Probleme.
Windows Datacenter Edition
Die, meiner Meinung nach, beste Alternative wird die Verwendung der Datacenter Edition sein. Die Datacenter Edition bietet den Vorteil, dass ihr pro Lizenz so viele VM´s betreiben könnt wie ihr wollt. Das wäre also ähnlich der Alternative 2 aber sehr viel einfacher (ihr müsst nicht immer Zählen), günstiger (Die Datacenter rechnet sich eigentlich ab der 9 VM´s bei 2 Sockel Hosts) und ihr könnt alle Features nutzen.
Viel Text um eine wichtige Botschaft rüber zu bringen: Informiert euch über die Lizensierung des Gast OS unter DRS/VMotion.
Ich empfehle euch, im Bereich Windows, die Datacenter Edition zu verwenden. Damit habt ihr die Möglichkeit alle Features zu verwenden, braucht keine Excel Tabellen führen und fahrt normalerweise auch günstiger als mit normalen Lizenzen. Wichtig beim Preisvergleich: Die Datacenter wird pro Sockel lizensiert. Ihr brauche also bei einem 3x Node ESX Cluster mit 2 Sockeln pro Server insgesamt 6 Lizenzen.
Das selbe Thema gilt bei Linux! Da kenne ich mich allerdings nicht wirklich gut aus! Deshalb schreibe ich dazu lieber nichts.
Alle Infos ohne Gewähr! Das sind Dinge ich dir mir selbst angelesen habe! Das Thema ist sehr komplex.





Kommentare
die Lizenzbedingung en von Windows sind in der Tat kompliziert. Allerdings ist Microsoft bei den Nutzungsbedingu ngen seiner Software in virtuellen Maschinen im Vergleich zu manch anderem Hersteller relativ aufgeschlossen. Die 90-Tage-Bindung von virtuellen Windows-Instanzen existiert nicht, sie trifft nur zu, wenn man das OS direkt auf die Hardware installiert. Siehe dazu meinen Beitrag auf WindowsPro.